Tierrettung Potsdam e.V.: Tagebuch eines Tierretters

Kleine Tierschutzorganisationen kämpfen Tag für Tag ums Überleben – denn die Versorgung der Vierbeiner ist nicht nur zeitintensiv, sondern auch finanziell aufwendig. Unsere Charity-Eigenmarke „zoolove by zooplus“ steht darum ganz im Zeichen des Tierschutzes. 10 Prozent von jedem verkauften zoolove-Produkt kommt einer ausgewählten lokalen Tierschutzorganisation zugute. Im Juli und August 2016 unterstützen Sie die Tierrettung Potsdam e.V.. Die engagierten Helfer des Vereins lassen alles stehen und liegen, um Katze, Hund, Pferd und Federvieh oder anderen Tieren zu helfen. Doch wie sieht der Alltag in einer Tierrettung aus? Ein Helfer der Tierrettung Potsdam e.V. hat uns einen kleinen Einblick in einen typischen Tag eines Tierretters gegeben.

Tierrettung Potsdam1:35 Uhr
„Machen Sie sich keine Sorgen, die Verletzungen sind nicht lebensgefährlich, wir behalten den kleinen Igel jetzt noch ein paar Tage auf Station und dann kann er zurück in die Natur“
Mit diesen Worten des Arztes verlasse ich das Klinikgebäude und fahre erschöpft aber glücklich nach Hause.

5:14 Uhr
Ein schriller Alarm Ton reißt mich aus meinen Träumen. Ich schaue auf das Display meines Smartphones. Es ist eine WhatsApp Nachricht in der Einsatzgruppe: „Einsatz: Fundhund zugelaufen, gesichert bei Familie Schmidt in Potsdam. Wer kann fahren und einen Chip auslesen und beim Tasso Haustierregister nachfragen?“
Ich spüre wie meine Beine schwer sind und meine Augen immer wieder zufallen. Ich beschließe noch kurz zu warten, evtl. ist ja ein anderes freiwilliges Mitglied wach und in der Nähe. Im Halbschlaf überlege ich trotzdem, was ich für diesen Einsatz alles benötige! Chiplesegerät, Transportkiste, Leine, Halsband! Ein weiterer schriller Ton: „ Ich kann fahren vom Stern“. Ich atme tief durch, diesmal muss ich nicht raus, ein anderer fährt. Ich schlafe ein….

8:26 Uhr
„Einsatz, verletzter Greifvogel in Werder, wer kann das Tier übernehmen und zum Tierarzt bringen“
Ich schrecke hoch, meine Freundin lächelt mich an: „Na, wirst du wieder gebraucht? Willst du schnell meinen Kaffee haben?“ Ich nicke ihr zu und suche meine Einsatzkleidung zusammen.
Ach, fast vergessen, ich antworte schnell in die Einsatzgruppe: „Ich kann übernehmen“
Nach einem kurzen Telefonat mit dem Einsatzleiter renne ich durchs Haus. „Wo ist denn schon wieder dieser stabile Transportkäfig?“.
Ich fahre zum Einsatzort.

8:50 Uhr
Eine ältere Dame steht auf der Straße. Sie winkt und wirkt sehr aufgeregt.
„Es muss ein Jungtier sein“ ruft sie mir zu. „Es muss aus dem Nest gefallen sein“.
Ich streife mir meine Einsatzweste über, nehme die sicheren Spezialhandschuhe und den schweren Transportkäfig. Die Dame schaut skeptisch: „Na so gefährlich ist der Kleine gar nicht“.
Doch, doch versichere ich der Frau, mit Greifvögeln ist nicht zu spaßen, die Krallen können sehr gefährliche Verletzungen machen. Sie lächelt mich an: „Dann kommen Sie mal junger Mann“.
Im Garten wartet Ihr Ehemann, besorgt hält er das Tier in seinen Händen. Ich bin etwas verwundert, doch dann ist mir klar, der vermeintliche Greifvogel ist ein kleiner Mauersegler.
„Oh, das haben wir nicht gewusst“. Während ich den schweren Transportkäfig zurück zum Auto trage, um ihn gegen einen kleinen Pappkarton zu tauschen, erkläre ich der Dame, was jetzt mit dem kleinen Vogel passiert. „ Er muss erstmal zum Tierarzt, wenn alles okay ist, wird er in einer unserer Pflegestellen aufgepäppelt, bis er kräftig genug ist, in sein eigenes Leben zu starten“
Ich fahre zum Tierarzt…..

Großeinsatz bei der Tierrettung Potsdam e.V.
Großeinsatz bei der Tierrettung Potsdam e.V.

11:12
Ich bedanke mich bei unserer Pflegestelle für die nette Übernahme des Seglers.
„Hab ich dir schon die beiden Gänseküken gezeigt, welche Ihr letzte Woche vom Feld gerettet habt?“
Ich bin sehr gespannt und lasse mir zeigen, wie prächtig die beiden mittlerweile alleine fressen.
„Schön, dass wir solche tollen Pflegestellen haben“.
Und wieder dieses Geräusch, geliebt und gehasst zugleich. Ein schriller Alarmton, damit er auch im Tiefschlaf gehört wird. Ein Tier ist in Not!
Ich schaue aufs Display: „Einsatz, Entenfamilie im Innenhof in der Potsdamer Innenstadt“.
Einige freiwillige Mitglieder sind wach und bekunden Ihre Einsatzbereitschaft: „Ich könnte fahren“; „Braucht Ihr noch einen Kescher?“ Ich überlege kurz und denke, es ist gar nicht weit von hier entfernt.
Auch ich schreibe, dass ich mich auf den Weg mache!

11:34 Uhr
„Auf dich haben wir schon gewartet“ ruft es mir laut entgegen!
„Es sind 15 Küken und sie können sich überall verstecken, hast du noch einen Kescher“
„Natürlich“, antworte ich mit ruhiger Stimme!
„Ich hab die Mama“ ruft es stolz aus einem der vielen Gebüsche auf diesem Hinterhof! Die Mutter-Ente zu fangen ist immer am schwierigsten, aber ohne sie haben die kleinen Küken keine Überlebenschance draußen und müssten in eine Pflegestelle. Diesmal scheint es gut zu gehen.
„Hier ist ein Küken“; „Dort auch“; „Ich hab eines im Kescher“
Überglücklich können wir nach kurzer Zeit verkünden, alle 15 Küken sicher im Transportkäfig zu haben.

Yorkshire Terrier Nico wurde eine Rolltreppe zum Verhängnis. Foto: Tierrettung Potsdam e.V.
Die Helfer der Tierrettung Potsdam e.V. brauchen starke Nerven!

12:48 Uhr
Ich kaufe mir etwas zum Mittagessen.

13:08 Uhr
„Einsatz: Angefahrener Schwan in Werder, wer kann das Tier bergen und zum Tierarzt bringen?“
Die letzten Nudeln gelangen hektisch in meinen Mund. Ein Glück, das Mittagessen ist drin.
Schlimme Bilder geistern durch meinen Kopf, hoffentlich ist er nicht schwer verletzt, hoffentlich kann ich ihm helfen!
Ein kurzes: „Ich fahre“ muss genügen. Leider ohne Sonderrechte quäle ich mich durch den dichten Stadtverkehr, jede rote Ampel wird verflucht.
Angekommen, das prächtige Tier sitzt am Straßenrand, ich atme durch, der Kopf ist oben, hoffentlich ist das ein gutes Zeichen. Die anderen Autos sausen an mir vorbei, zum Glück trage ich meine leuchtend neongelbe Warnweste mit der „Tierrettung Potsdam“ Aufschrift. Vorsichtig nähere ich mich dem Schwan, etwas Respekt hab ich schon.

Plötzlich ein großes Fauchen, der stolze Schwanen-Papa springt auf und läuft mit wild fuchtelnden Flügeln einen Schritt auf mich zu. „Der sieht aber nicht verletzt aus“ flüstere ich mir zu und weiche ihm aus, da sehe ich auch schon sein eigentliches Problem: seine 4 Jungtiere haben sich als Spielplatz ausgerechnet den Rand des Straßengrabens ausgesucht. Papa-Schwan ist also gar nicht angefahren, sondern hat sich mit Absicht an den Straßenrand gesetzt, um seine Jungtiere zu beschützen.
Ich mache ein paar Fotos und gebe per WhatsApp Entwarnung: „Einsatz Abbruch, Schwan ist unverletzt, passt nur auf, dass seine Jungen nicht auf die Straße laufen“.
Eines unserer Mitglieder hat sofort noch eine gute Idee:
„Stelle doch einfach 2 Warndreiecke etwa 100m vom Schwan entfernt auf jede Straßenseite, in der Hoffnung die Autofahrer fahren dann vorsichtiger an seiner Familie vorbei“
Ich finde die Idee super….

14:16 Uhr
Wieder zu Hause. Ich spüre, dass die letzte Nacht ziemlich kurz war. Die Akkustandanzeige meines Handys leuchtet tief rot. 2%. Ich denke mir, dass ist eine gute Idee, du liebes Telefon bleibst hier in der Küche am Ladekabel und ich gehe Schlaf nachholen….

17:43 Uhr
63 verpasste Nachrichten!
Ohje…. 100% Akku, aber der Speicher ist voll. Ich schaue in die WhatsApp Gruppen der Tierrettung:
„2 hilflose Vogelküken“, schon in die Pflegestelle gebracht. „1 kranke Katze“, gerade mit 2 unserer
Mitglieder auf den Weg in die Tierklinik.
„1 freilaufender Hund in Beelitz“, ich verfolge das Geschehen in der Einsatzgruppe:
„Hund gesichtet an der Tankstelle“
„Hund wieder entlaufen“
„Hund jetzt an der Landstraße“
„Jetzt wieder auf dem Feld“
So geht das jetzt schon seit fast 3 Stunden. Ich hole zwei Flaschen Cola aus dem Kühlschrank in der Befürchtung es wird wieder eine lange Nacht.
Kurz bevor ich ins Auto steige kommt die nächste Nachricht.

17:55 Uhr
„Einsatz, große Schlange im Fensterschacht. Anrufer befürchtet Giftschlange. Wer kann mal schauen. Bitte Eigenschutz beachten“
Oh nein, denke ich. Ausgerechnet eine Schlange. Und alle Mitglieder sind bereits in Beelitz, um den Hund zu sichern, bevor ihm auf der Landstraße etwas zustößt.
Wieso nur ausgerechnet eine Schlange. Ich zweifele ob ich es mir zutrauen kann, doch dann denke ich: Jedes Tier hat es verdient, dass wir ihm helfen, wer soll es den sonst machen!
Tapfer schreibe ich: „Ich fahre zur Schlange“
Der Einsatzleiter ist stolz und bedankt sich bei mir!

18:20 Uhr
Aufgeregt klingle ich beim Melder der Schlange.
„Endlich sind sie da, die ist hier bestimmt bei jemanden abgehauen. Die Leute halten ja mittlerweile alles hier in den Wohnungen“
Ich versuche den Herrn zu beruhigen und erkläre ihm, dass es auch einheimische Schlangen gibt!
Wir gehen zum Fensterschacht, und tatsächlich, eine riesige Schlange, bestimmt 2 Meter lang und mit einem gefährlichen gelben Kopf. Auch ich bin mir sicher: „das ist eine Giftschlange“ Aber eigentlich kenn ich mich mit Schlangen gar nicht aus.
Ich mache ein Foto von dem Tier und schick es in die WhatsApp Gruppe der Tierrettung. Keine halbe Minute später, gleich 5 Nachrichten: „das ist eine Ringelnatter“; „die ist ungefährlich“; „die leben wild bei uns“

Der Herr bleibt sehr skeptisch und möchte, dass ich das Tier „aber bitte weit von hier weg bringe“
Mit all meinem Mut stecke ich die Schlange in einen Bettbezug und kann sie so aus Ihrer tödlichen Lage befreien…

20:37 Uhr
„Hund in Beelitz gesichert“… Es wird eine lange Nacht!

Helfen auch Sie, Rettungsaktionen der Tierrettung Potsdam e.V. weiterhin möglich zu machen! Im Juli und August 2016 kommen 10 Prozent von jedem verkauften zoolove-Produkt der Tierrettung Potsdam e.V. und seinen Schützlingen zugute. Weitere Informationen zum Verein erhalten Sie auf der Facebook Fanpage der Organisation. Besuchen Sie gleich unseren zoolove-Shop! Unser Sortiment umfasst hochwertiges Futter, gesunde Snacks und tolles Zubehör für Katze und Hund. Auf unserer zoolove-Fanpage bei Facebook erhalten Sie regelmäßig aktuelle Neuigkeiten zur Aktion.

Ab September ist dann der nächste Tierschutzverein glücklicher Empfänger der Hilfe von „zoolove by zooplus“. Unser Team entschied sich für einen weiteren lokalen Tierschutzverein, der Ihre Spenden im Wohl der Tiere einsetzen wird: Der Tierschutzverein Neuwied und Umgebung e.V. ist einer der Organisationen, die Jahr für Jahr vielen ausgesetzten Tieren eine Zuflucht bietet – unter ihnen viele Katzen. Der Neubau eines Katzen- und Kleintierhauses soll nun mehr Platz für hilfsbedürftige Vierbeiner bieten. Wir freuen uns darum sehr, den Tierschutzverein Neuwied und sein Bauvorhaben gemeinsam mit Ihnen unterstützen zu können!

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