Was sind eigentlich Kastrationsaktionen? Der Tierschutzverein Katzenzuhause

Mit Ihren zoolove-Spenden unterstützen Sie Tierschutzorganisationen in ganz Deutschland: 10 Prozent von jedem verkauften zoolove-Produkt kommen dem Tierschutz zugute. Alle zwei Monate wählen Sie eine neue Organisation, der die zoolove-Spenden zugute kommen. Bald ist es wieder soweit, Sie dürfen entscheiden, welche Organisation in den Monaten April und Mai gefördert wird! Die Wahl erfolg dieses Mal über unsere Facebook-Fanpage – weitere Informationen folgen! Wir möchten Ihnen die teilnehmenden Vereine der Endrunde schon vor der eigentlichen Abstimmung vorstellen. Heute haben wir mit Frau Sauer vom „Tierschutzverein Katzenzuhause“ über das Ziel des Vereines und den Ablauf von Kastrationsaktionen freilebender Katzen gesprochen.

Der Tierschutzverein Katzenzuhause kümmert sich um herrenlose und verwilderte Hauskatzen. Foto: Katzenzuhause
Der Tierschutzverein Katzenzuhause kümmert sich um herrenlose und verwilderte Hauskatzen. Foto: Katzenzuhause
Sehr geehrte Frau Sauer, könnten Sie uns Ihren Verein und Ihr Vereinsziel kurz vorstellen?
Katzenfreunde aus dem hessischen Main-Kinzig-Kreis, die sich schon jahrelang vor Gründung des Vereins um herrenlose und verwilderte Hauskatzen kümmerten, schlossen sich im Frühjahr 2008 zusammen und gründeten den Verein, der im selben Jahr als gemeinnützig anerkannt wurde: Wir sind ein junger Verein mit erfahrener Besetzung im unermüdlichen Kampf gegen das Katzenelend im regionalen Main-Kinzig-Kreis. Oberstes Ziel des Vereins: Aufklärung und die Kastrationen von herrenlosen Katzen – denn nur so kann das Katzenelend dauerhaft eingedämmt werden.
Neben den Kastrationsaktionen zählt die Vermittlung von Abgabe-, herrenlosen- und Fundtieren zur Hauptaufgabe. Bei uns hat jedes Tier seinen eigenen Stellenwert, daher vermitteln wir auch kranke, scheue und Tiere mit Handicap. Wir investieren viel Zeit und finanzielle Mittel in unsere Schützlinge. Erst wenn sie gesund gepflegt wurden, starten wir die Suche nach einem passenden Zuhause.

Eine Ihrer höchsten Prioritäten ist die Kastration freilebender Katzen im Main-Kinzig-Kreis. Ein Ziel, das zeitlich und finanziell aufwendig ist… Wie dürfen wir uns so eine Kastrationsaktion vorstellen?
Die Kastrationsaktionen entstehen meist aus einer Fangaktion. Oftmals werden wir von Bauern oder Nachbarn angerufen, die eine stetig wachsende Katzenpopulation von herrenlosen Hauskatzen in der vergangenen Zeit feststellen konnte. Für eine Fang- und Kastrationsaktion ist eine Menge an Planung nötig! Alle unsere Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich für den Verein und sind hauptsächlich Vollzeit berufstätig. Bei der Tierarztpraxis müssen ausreichende Unterbringungsmöglichkeit und Operations-Termine verfügbar sein.

So werden verwilderte Hauskatzen für Kastrationsaktionen eingefangen. Foto: Katzenzuhause
So werden verwilderte Hauskatzen für Kastrationsaktionen eingefangen. Foto: Katzenzuhause
Ausgestattet mit Futter, Dosenfisch als Lockmittel, Decken, Transportbox und Tierfallen fahren unsere Mitglieder zum Einsatzort. Hier sind wir für jede noch so kleine Mithilfe dankbar: Die Fallen werden für einige Tage / bis zu zwei Wochen (abhängig von der Anzahl der einzufangenden Tiere) aufgestellt, mit Futter bestückt und nicht „scharf“ gestellt. So können sich die Tiere an die Falle gewöhnen. Nach einiger Zeit stellen wir die Fallen „scharf“ und fangen die Tiere somit ein. Beim „scharf stellen“ wird der Hebelmechanismus aktiviert. Sobald nun eine Katze auf einen bestimmten Bereich weiter hinten im Fallengehege tritt, geht am Eingang die Klappe zu.
In stündlichen Abständen wird von den Anwohnern die Falle überprüft. Sobald ein Tier eingefangen ist, wird der Tierschutz kontaktiert. Leider haben wir nicht immer das Glück zusätzliche Hilfe zu bekommen – daher kommt es auch nicht selten vor, dass ein Nachmittag im Auto verbracht wird, bis die Falle ausgelöst wird. Müssen an einem Ort mehrere Tiere eingefangen werden, wird die Fangaktion von Mal zu Mal schwieriger und muss sogar teilweise unterbrochen werden, da die Tiere nicht mehr die Falle betreten. Die Fangaktionen können nur in einem gewissen zeitlichen Rahmen und auch nur tagsüber oder in den späten Abendstunden stattfinden.

Kater Simba nach der Kastration. Foto: Katzenzuhause
Kater Simba nach der Kastration. Foto: Katzenzuhause
Ist ein Tier eingefangen, wird es in eine Transportbox umgesetzt und zum Tierarzt gebracht. Hier wird das Tier durchgecheckt und kastriert. Später werden die Tiere, wenn möglich, wieder an ihrem Einfangort zurück gesetzt. Einige Tiere konnten durch die Fangaktion das Leben gerettet werden, wie dem Kater Simba. Der rote, etwa zwei Jahre junge Kater hatte neurologischen Ausfälle und ist beim Laufen umgefallen. Er hielt den Kopf schief und fraß in einer auffälligen Haltung. Durch die Kastrationsaktion konnte er eingefangen und der Tierarztpraxis vorgestellt werden. Hier konnte man feststellen, dass es eine Veränderung im äußeren Gehörgang gab. Das komplette Ohr war voller Eiter. Erst nach der Behandlung durch die Gabe von Antibiotikum konnte das ängstliche Tier in Narkose gelegt werden und eine weitere Untersuchung ergab, dass Simba eine Umfangsvermehrung im Gehörgang hatte. Simba wurde operiert: Zum Glück handelte es sich um einen gutartigen Polyp. Nach knapp sechs Wochen der Genesung durfte der Kater wieder zurück an die Futterstelle.

Um wie viele Katzen kümmern Sie sich aktuell?
Aktuell werden 10 Katzen in der Vermittlung betreut.
Auf den Pflege/Quarantänestellen befindet sich ein weiteres Tier.
Auf den Futterplätzen werden etwa 25 Tiere betreut und versorgt.

Das hört sich nach einer Menge Arbeit an… Wie viele Mitglieder und Mitarbeiter haben Sie zurzeit?
Unsere neun Mitglieder sind alle ehrenamtlich tätig – jeder Cent der Spenden kommt den Tieren zugute.

Wie finanziert sich Ihr Verein?
Der Verein finanziert sich hauptsächlich durch Geld- und Sachspenden und Vermittlungsgebühren.

Gibt es aktuell akute Engpässe? Wie würden Sie eine zoolove-Spende höchstwahrscheinlich einsetzen?
Die zoolove-Spende würde eingesetzt werden für die in ein paar Wochen leider wieder kommenden Katzenkinder und die Kastration der Katzenmütter. Alle Katzenkinder werden bei der Vermittlung mit einem Kastrationsgutschein vermittelt, so dass auch alle Katzenkinder kastriert werden. Der Verein hat von 2008 bis 2014 knapp 700 Katzen kastriert und diese wahnsinnig hohe Zahl mit nur neun Mitgliedern.

Vielen Dank für Ihr Engagement und die Beantwortung unserer Fragen – wir drücken dem „Katzenzuhause“ die Daumen!

zoolove by zooplus“ freut sich sehr, schon bald mit Ihrer Hilfe einen weiteren Tierschutzverein unterstützen zu können! Helfen auch Sie: 10 Prozent des Verkaufspreises jedes zoolove-Produktes kommen dem guten Zweck zugute. So kamen über 17.000 Euro für den ersten Spendenempfänger, die Tiertafel München, zusammen! Von Januar bis einschließlich März unterstützen Sie das Omihunde-Netzwerk und seine Arbeit für ältere Tierhalter und Seniorenhunde.

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Weitere Information zu zoolove und der Abstimmung erhalten Sie auch auf unserer Facebook-Fanpage. Auch das Katzenzuhause hat eine Präsenz auf Facebook.

2 Replies to “Was sind eigentlich Kastrationsaktionen? Der Tierschutzverein Katzenzuhause”

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