„Kastrationspflicht“ – was heißt das?

Das Elend freilebender Katzen beschäftigt nicht nur in südlichen Ländern die Gemüter. So betreut die Organisation „Straßenkatzen Freiburg und Umgebung“ allein in Freiburg zwischen 300 und 350 Katzen… Viele Tierschützer sehen nur eine Lösung: Eine flächenweite Kastration freilebender Tiere. Auch die Einführung einer Kastrationspflicht von Familienkatzen mit Freigang steht in der Diskussion.

Futterstelle des Vereins "Aktiver Tierschutz e.V." in Recklinghausen
Futterstelle des Vereins „Aktiver Tierschutz e.V.“ in Recklinghausen

Ein einzelnes Katzenpaar kann innerhalb einen Jahres zwölf Nachkommen zeugen. Nach nur drei Jahren werden daraus über 350 Katzen – gesetzt dem Falle, dass alle Kätzchen die Zeit bis zur Geschlechtsreife überleben. Was viele Tierfreunde nicht ahnen: Nicht nur wildlebende Tiere sind Ursache dieser Katzenschwemme. Auch nicht kastrierte Hauskatzen mit Freigang werden ungeplant Eltern – und nicht immer sind die Besitzer verantwortungsvoll genug, um ein gutes Zuhause für den Nachwuchs zu suchen. Idealerweise kastriert, um weitere Unfälle zu vermeiden…

Auch, wenn es bisher keine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen in Deutschland gibt, gibt es nun Licht am Horizont. Immer mehr Kommunen und Städte haben Verordnungen zur Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht eingeführt. So entschloss sich die Stadt Bonn 2012 dazu, dass die in der Stadt heimischen Katzen ab sofort kastriert werden müssen. „Damit die Katzen künftig ins Freie dürfen, müssen die Tiere, sobald sie fünf Monate alt sind, durch einen Tierarzt kastriert und mit einer Tätowierung oder einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Um die Katzen bei Bedarf identifizieren zu können, müssen sie in einer entsprechenden Datenbank registriert sein.“ Im Einzelfall kann nach Prüfung eine Ausnahme von den Bestimmungen zugelassen werden, beispielsweise für Züchter. Wer der Verordnung nicht nachkommt, kann mit einer Geldbuße bis zu 1.000 Euro belegt werden. Auch die Stadt Paderborn hatte als eine der ersten Städte nun eine Kastrationspflicht für Katzen durchgesetzt.

Greift eine Kastrationspflicht in das Selbstbestimmungsrecht der Katzenhalter ein? Nicht unbedingt. Nach Angaben der Organisation VIER PFOTEN gibt es bereits mehr als zwei Millionen Streunerkatzen in Deutschland. Diese fristen ein jämmerliches Dasein, kämpfen täglich ums Überleben und sorgen unkastriert für noch mehr Katzenelend. Wo eine unkastrierte Katze ist, gibt es regelmäßig Nachwuchs. „Einzig eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht frei lebender Katzen kann ungewolltem Nachwuchs vorbeugen“, erklärt Elli Heß vom Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) in einer Presseerklärung. „Es kann nicht angehen, dass wir in Südeuropa erfolgreiche Katzenschutzprojekte, zu denen die Kastration und die Versorgung der Tiere gehört, umsetzen und in Deutschland Katzenbabys ertränkt oder an der Hauswand erschlagen werden, statt dem ungewollten Nachwuchs durch Kastration vorzubeugen“, so Heß.

Der einzige Weg, diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist laut Tierschützern so eine bundesweite Kastrationspflicht. Wann es soweit ist und ob es jemals soweit sein wird, ist ungewiss. Bis dahin kann jeder Katzenhalter etwas dafür tun, dem Elend freilebender Katzen Einhalt zu gebieten und eine unkontrollierte Fortpflanzung zu unterbinden, in dem er seine eigenen Tiere kastrieren lässt. Doch gerade bei Katzenneulingen scheint das Thema Kastration eine emotionale Angelegenheit zu sein… Nicht zuletzt geht es hier auch um Klischees: Sieht mein Kater auch kastriert wie ein Kater aus oder wird er nie den typischen Katerkopf ausbilden? Wird meine Katze nach der Kastration dick und langweilig? Dennoch sind dieses vor allem eins: Klischees. Wie Langzeituntersuchungen von der WINN Feline Foundation haben, verläuft eine Katration bei jüngeren Katzen unkomplizierter ab. Auch negative Begleiterscheinungen wie zum Beispiel eine verminderte Körpergröße bei Katern konnten nicht festgestellt werden. Auf die Ausbildung des typischen Katerkopfes soll die Frühkastration keinen Einfluss nehmen.

Gibt es also keine Gründe mehr, seine Katze nicht kastrieren zu lassen? Ist die Frühkastration fester Bestandteil des Tierschutzes? Sollten Katzenhalter selber entscheiden können? Wie ist Ihre Meinung hierzu?

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