Interview mit der Tiertafel München: Hier kommt die zoolove-Spende an

Um Tiere in Not und die Arbeit engagierter Tierschutzvereine zu unterstützen, hat zooplus die Charity-Marke „zoolove“ ins Leben gerufen. Das Konzept ist denkbar einfach: Zehn Prozent des Verkaufspreises jedes verkauften zoolove-Produktes gehen an den Tierschutz. Mit den Spenden der ersten drei Monate wird zooplus die Tiertafel München e.V. unterstützen. Wir haben mit Andrea de Mello, Vorsitzende der Tiertafel München e.V., über ihren Arbeitsalltag, die Ziele der Tiertafel und die zoolove-Spende gesprochen.

Das Team der Tiertafel München e.V.: Andrea de Mello, Alex Popp,  Wolfgang Schnotz
Das Team der Tiertafel München e.V.: Andrea de Mello, Alex Popp,
Wolfgang Schnotz
Sehr geehrte Frau de Mello, Sie sind Vorsitzende der Tiertafel München e.V. Können Sie uns Ziele und Zweck der Tiertafel München kurz vorstellen?
Die Tiertafel München e.V. unterstützt seit vielen Jahren in Not geratene Haustierhalter mit der kostenlosen Abgabe von Futter- und Sachspenden. Damit soll verhindert werden, dass man sich von seinem lange Jahre in der Familie lebenden Haustier trennen muss, nur weil sich durch Krankheit, Rente oder Arbeitslosigkeit die Lebenssituation verändert hat.
Mittlerweile werden rund 500 nachweislich bedürftige Münchnerinnen und Münchner mit ihren geliebten Vierbeinern regelmäßig unterstützt. Vorwiegend alte und kranke Menschen, deren Tier oft der letzte soziale Kontakt ist, sind auf die Hilfe der Tiertafel München e.V. angewiesen.

Was hat Sie dazu motiviert, eine derart verantwortungsvolle und zeitintensive Tätigkeit auf ehrenamtlicher Basis auszuüben? Wie dürfen wir uns Ihr Tagesgeschäft vorstellen?
Ich habe mich schon viele Jahre neben meinem Beruf ehrenamtlich engagiert. Vor drei Jahren wurde ich dann auf die Tiertafel aufmerksam. Ich wollte eigentlich nur ein paar Leinen und Futter meines verstorbenen Hundes abgeben und war dann unglaublich berührt, wie viele Menschen die Hilfe der Tiertafel in einer reichen Stadt wie München in Anspruch nehmen müssen. Die Motivation ist immer da, weil unsere Hilfe sofort ankommt. Bei Mensch und Tier.
Mein Tagesgeschäft bei der Tiertafel umfasst im Wesentlichen die telefonischen und schriftlichen Anfragen von Spendern und Kunden. Da wir ausschließlich von Spenden leben, sind natürlich Infostände, Messen, die Betreuung der sozialen Netzwerke, wie Facebook und Homepage enorm wichtig. Wir arbeiten sehr transparent. Dazu gehört die Buchhaltung, Lagerwirtschaft, Dokumentation ein- und ausgehender Spenden. Es ist wie ein kleines Unternehmen mit all seinen Auflagen und Verpflichtungen. Und die sind nicht lockerer, nur weil sie ehrenamtlich erledigt werden. Im Projekt Tiertafel steckt vom gesamten Team eine ganze Menge Herzblut und viel Freizeit.

Es gibt auch weitere Tiertafeln in anderen Städten. Ist der Begriff „Tiertafel“ geschützt, arbeiten Sie zusammen oder sind anderweitig vernetzt?
Anfang des Jahres haben wir uns mit 7 weiteren ehemaligen Ausgabestellen vom Dachverband Tiertafel Deutschland getrennt und eigene Vereine gegründet. Mit diesen Vereinen in Bremen, Bergheim, Düsseldorf, Fulda, Herten, Kiel und Würzburg arbeiten wir nach wie vor eng zusammen. Weiterhin haben wir ein wunderbares Netz an Tierärzten, Tierheilpraktikern, Physiotherapeuten, Hundefriseuren und Tiertrainern mit denen wir zusammenarbeiten und können so einen Großteil der Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung abdecken.

Sie sind gerade erst in neue vier Wände gezogen, nachdem der Mietvertrag der alten Ausgabestelle abgelaufen war. Wie haben Sie die Zwischenzeit bis zum Einzug in die neuen Geschäftsräume überbrückt?
Da unsere neuen Räume in einem gruseligen Zustand waren, haben wir uns fünf Wochen Zeit genommen und von Grund auf ausgeräumt, gestrichen und eingerichtet. Gleichzeitig mussten die alten Räume trotz anstehendem Abbruch natürlich leer übergeben werden. Das war wirklich unglaublich viel Arbeit, die – wie unser gesamtes ehrenamtliches Engagement – natürlich auch nur nach Feierabend und am Wochenende erledigt werden konnte. Unsere Kunden mussten für fünf Wochen versorgt sein, dazu zwei Baustellen gleichzeitig… Aber die Welle der Hilfsbereitschaft war wirklich unglaublich. Viele Helfer haben sich sogar Urlaub genommen, damit wir rechtzeitig zur ersten Ausgabe am 27. September fertig wurden. Und am Ende haben wir wirklich schöne freundliche Räume gezaubert.

Die Tiertafel finanziert sich ganz und gar durch Spenden. Gibt es bestimmte Produkte, die von bedürftigen Tierhaltern in München gewünscht oder benötigt werden? Was wünschen Sie sich für das Jahr 2015?
Die Wünsche unserer Kunden sind wirklich sehr bescheiden. Im Vordergrund steht natürlich das Futter. Da unsere Fellnasen meist mit ihren Haltern alt geworden sind, benötigen wir sehr viel mehr Spezialfutter für Senioren oder Sensibelchen. Nieren- und Diabetesfutter stehen auch ganz oben auf der Liste. Oft wird natürlich nach Dingen gefragt, die verschleißen: Ein Kratzbaum, ein Katzenklo, eine Leine, ein Körbchen. Da wir auch viele Sachspenden erhalten, können wir die meisten Wünsche auch zeitnah erfüllen.

Für das kommende Jahr wünsche ich mir, dass wir unsere so erfolgreiche Arbeit weiterführen können und in unseren neuen Räumen noch mehr Menschen und ihre tierischen Begleiter erreichen. Mit meinem tollen Team sehe ich da ganz gelassen in die Zukunft.

Vielen Dank für das Gespräch! Wir wünschen Ihnen, Ihren Mitarbeitern und vor allem allen Kunden der Tiertafel alles Gute für das Jahr 2015!
Ich danke Ihnen!

3 Replies to “Interview mit der Tiertafel München: Hier kommt die zoolove-Spende an”

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