Effiziente Ausstattung – halbe Kosten: Strom sparen beim Warmwasser-Aquarium

Für viele Menschen ist der Anblick von Aquarien, wie zum Beispiel kleinen tropischen Unterwasserwelten mit farbenfrohen Fischen, ungemein beruhigend. Weniger beruhigend sind die Strompreise, die seit 2003 um über 60 Prozent gestiegen sind. Grund genug, über Einsparungsmöglichkeiten beim Stromverbrauch der wunderschönen Unterwasserwelten nachzudenken. Ein prüfender Blick auf die Haupt-Energieverbraucher eines Aquariums, nämlich Heizung, Beleuchtung und Filterpumpe, kann sich lohnen, denn hier kann man am meisten Energie und damit Kosten einsparen – ohne Pflanzen oder Fische zu beeinträchtigen.

Wärmedämmung spart viel Energie
„Die Wassertemperatur eines Aquariums mit tropischen Zierfischen liegt bei 24 bis 26 °C, also in der Regel über der Temperatur des Raumes, in dem das Aquarium aufgestellt ist. Das bedeutet, das Wasser muss, zumeist mit einem Stabheizer, erwärmt werden, um die gewünschte Wassertemperatur zu erzielen“, erläutert Heinz Böhle, unabhängiger Energieberater und Fachautor für Aquarientechnik. „Zugleich wird durch die Aquarienscheiben und die Wasseroberfläche ständig Wärme an die Umgebung abgegeben. Dieser Energieverlust muss fortlaufend ausgeglichen werden – und das kostet Strom.“

Wenn der Wärmeaustausch mit der Umgebung verringert wird, lässt sich der Wärmeverlust reduzieren. „Das ist beispielsweise durch Anbringen von Dämmplatten an der Rückwand, den Seitenwänden und der Bodenplatte möglich“, rät Böhle. „Und wer die kleine Mühe nicht scheut, kann nachts oder bei längerer Abwesenheit aus der Wohnung eine vorbereitete Dämmplatte auch an die Frontscheibe stellen.“

Noch mehr sparen kann, wer das Aquarium nicht offen betreibt, sondern mit einer Abdeckung versieht. So lässt sich die Verdunstung, und damit ein Großteil des Wärmeverlustes, reduzieren.

„Auch etwas niedrigere Wassertemperaturen, soweit es die Pflegeansprüche der Fische und Pflanzen zulassen, senken den Energieverbrauch“, so der Experte.

Tipp für heiße Tage: Im Hochsommer verhindert die Wärmedämmung, dass sich das Wasser im Aquarium zu stark erwärmt. Sollte dennoch eine Abkühlung des Wassers notwendig sein, ist beispielsweise ein Ventilator, der längs über die Wasseroberfläche bläst, eine kostengünstige Möglichkeit. Die dadurch verstärkte Verdunstung ist in diesem Falle hilfreich.

Effiziente Technik nutzen
Die Wahl der Beleuchtung hat einen ebenfalls nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Stromverbrauch. Energieeffizient sind Leuchtstoff- oder Metalldampflampen. Reflektoren erhöhen die Lichtausbeute. Elektronische Vorschaltgeräte sparen zusätzlich Strom und steigern die Lebensdauer der Leuchten. „LED-Leuchten erzielen bei einer um 20 bis 30 Prozent reduzierten Wattzahl eine vergleichbare Beleuchtungsstärke wie herkömmliche Systeme und haben eine sehr hohe Lebensdauer. Jedoch sollte man die derzeit noch recht hohen Anschaffungskosten der Leuchten einkalkulieren“, gibt der Energieberater zu bedenken.

Kontinuierliche Stromverbraucher sind auch die Pumpen und Filter. Hier kann man sparen, wenn energieeffiziente Geräte mit einer kleinen Leistung genutzt werden. Pumpen, sofern sie unter Wasser zum Einsatz kommen, tragen zur Beheizung bei und entlasten damit den Stabheizer.

Beachten sollte man außerdem, dass Regel- und Steuersysteme sowie Netzteile und Transformatoren einen hohen Stand-by-Verbrauch verursachen können. „Es sollten daher nur effiziente Geräte und Schaltnetzteile eingesetzt werden“, empfiehlt Böhle.

„Durch Maßnahmen zur Energieeinsparung und den Einsatz effizienter Aquarientechnik lässt sich der Energieverbrauch eines Aquariums durchaus halbieren“, so die zusammenfassende Einschätzung des Experten. IVH

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