Ein Aquarium kommt ins Haus – Teil 1

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Die Entscheidung steht fest: Ein Aquarium muss her. Doch wie geht man dabei genau vor; was muss man beachten?

Der Standort

Wichtig ist vor allem eine ebene, gerade Unterlage. Am besten geeignet ist natürlich ein spezielles Aquarienmöbel. Außerdem sollte das Aquarium keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein, da UV-Strahlung das Algenwachstum fördert und außerdem im Sommer die Gefahr einer beträchtlichen Aufheizung besteht. Bedenken Sie außerdem unbedingt die Tragkraft Ihres Fußbodens und fragen Sie gegebenenfalls einen Statiker oder den Vermieter, wie viel Gewicht Ihr Boden ohne Probleme tragen kann.

Das Becken

Generell gilt: Je größer das Aquarium, desto einfacher sind die Wasserwerte stabil zu halten und somit vereinfacht sich auch die Pflege der späteren Bewohner. Als absolute Mindestgröße sind 60 l Bruttovolumen anzusehen. Achten Sie darauf, dass das Becken mit schwarzem Silikon verklebt ist. Durchsichtiges Silikon wird nach einiger Zeit von Algen unterwandert, wodurch das Aquarium undicht werden kann.

Das Becken sollte immer auf einer speziellen Aquarien-Unterlage stehen, die Ungleichmäßigkeiten ausgleicht und so Spannungen im Glas vermeidet. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, füllen Sie Ihr neues Becken mit Wasser. Prüfen Sie sofort und in den nächsten Stunden immer wieder ob das Aquarium dicht ist. Im Zweifelsfall können Sie das Becken über Nacht stehen lassen, um auch kleinste Lecks zu erkennen. Nachdem fest steht, dass das Aquarium dicht ist, spülen Sie es nochmals mit klarem Wasser aus, um eventuelle Rückstände von Fertigung und Lager zu entfernen. ACHTUNG: Niemals Reinigungsmittel benutzen!

Große Dekorationsstücke

Sollten Sie große Steine oder andere schwere Gegenstände als Dekoration geplant haben, so unterlegen Sie die Stellen mit Styropor. Dieses verhindert, dass das Becken Schaden nimmt, falls zum Beispiel ein wühlender Bewohner später den Bodengrund abträgt und die Konstruktion so ins Wanken gerät. Vor allem Lavabrocken sind häufig scharfkantig, aber auch große Wurzeln sollten zur Sicherheit unterlegt werden. Dekorationsstücke, die so unterpolstert werden, sind jetzt schon einzusetzen, um ihnen möglichst viel Stabilität zu geben.

Denken Sie daran, Dekomaterialien vor dem Einsetzen ins Aquarium gründlich mit klarem Wasser abzuspülen. Wurzeln sollten abgekocht werden, um eventuelle Keime abzutöten. Sehr große Wurzeln kann man dazu einfach mehrfach mit kochendem Wasser übergießen, kleinere kocht man einfach in einem ausreichend großen Topf. Die rote Farbe, welche die meisten Wurzeln dabei abgeben, entsteht unter anderem durch sogenannte Gerbstoffe. Diese sind unbedenklich, in manchen Aquarien sorgen sie sogar für einen erwünschter Effekt. Je mehr man die Wurzeln auswäscht, desto weniger färben sie aus. Wenn Sie also absolut klares Wasser wünschen hilft nur mehrfaches Auswaschen. Wurzeln, die zum Aufschwimmen neigen, werden vorher einige Tage oder eventuell auch Wochen unter Wasser gelegt, bis sie sich so vollgesogen haben.

Der Bodengrund

Nachdem die großen Dekostücke unterpolstert sind und ihren Platz gefunden haben kommt nun der zweite Schritt des Einrichtens: Der Bodengrund. Es handelt sich hierbei um eine nährstoffreiche Mischung, die man unter dem Kies einbringt. (Sollten Sie ein Aquarium mit Sandboden bevorzugen ist es nicht ratsam, Bodengrund zu verwenden, da dieser unter Umständen fault. In unserem Beispiel richten wir jedoch ein Becken mit Kiesboden ein.)

Der Bodengrund sollte an den Stellen, an denen Sie vermehrt Pflanzen setzen wollen, höher aufgehäuft sein als an in Zukunft „pflanzenlosen“ Stellen. Modellieren Sie also am besten den Bodengrund im hinteren Bereich etwas hoch. Sollte er zu trocken sein und immer wieder zusammenfallen, feuchten Sie ihn mit etwas Wasser an, dann lässt er sich leichter verarbeiten. WICHTIG: Bodengrund NICHT auswaschen, da sonst die Nährstoffe verloren gehen.

Der ‚eigentliche‘ Boden

Nun kommen wir zum eigentlichen Boden im Aquarium, dem Kies. Sie haben die Wahl zwischen hellem und dunklem Kies. Heller Kies reflektiert viel Licht und fördert das Pflanzenwachstum. Allerdings wird angenommen, dass sich vor allem scheue Fische bei zu hellem Kies nicht wohl fühlen. Dunkler Kies „schluckt“ zwar mehr Licht, ist aber vor allem bei Fischen wie Neons zur Unterstreichung der Fischfarben sehr schön.

Im Endeffekt bleibt es dem persönlichen Geschmack oder den Einrichtungsplänen überlassen, für welchen Kies Sie sich entscheiden. Wichtig ist vor allem, dass er nicht zu grob ist, denn zu grober Kies erschwert die Ansiedelung von Bakterien, die für ein stabiles ‚Ökosystem Aquarium‘ essentiell wichtig sind. Vor allem Aquarianern, die Welse und andere Bodenbewohner halten wollen, sei ans Herz gelegt keinen scharfkantigen Kies zu verwenden, da die Tiere sich daran verletzen können.

Vorbereitung des Kies

Waschen Sie den Kies gründlich aus, bevor Sie ihn ins Aquarium einbringen. Kleinster Staub und Sand werden so entfernt und das Wasser, dass wir später einfüllen, schneller wieder klar. Außerdem entfernt man eventuelle leicht lösliche Schadstoffe und Verschmutzungen. Zum Waschen des Kieses nehmen Sie einen unbenutzten Eimer (auf keinen Fall einen gebrauchten Eimer benutzen, denn er könnte Reste von Reinigungsmitteln enthalten, die später unsere Tiere schon in kleinsten Mengen ernsthaft gefährden können). Am besten kaufen Sie einen neuen Eimer und beschriften ihn von Anfang an um sicher zu stellen, dass er nicht versehentlich für etwas anderes als das Aquarium verwendet wird.

In diesem Eimer kann man den Kies nun Portionsweise mit reichlich frischem Wasser aufschwämmen und gut durchrühren. Außerdem können Sie für das Kieswaschen immer noch ein großes Sieb parat haben. Dort schüttet man den Kies hinein und hält ihn mitsamt Sieb unter Wasser. Gut rühren und das Wasser dann einfach abfließen lassen. Wenn das Wasser aus dem Sieb, bzw. falls Sie ohne Sieb arbeiten, das überstehende Wasser im Eimer klar erscheint, ist die nächste Portion Kies dran. So waschen Sie den gesamten Kies durch und können damit jetzt Ihre Bodenlandschaft gestalten.

Artikel von Korinna Hovorka
Foto: zooplus

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