Kastration – ja oder nein?

Diese Frage stellt sich wohl fast jeder Hundebesitzer früher oder später. Wir möchten mit Ihnen über das Thema diskutieren, vorab aber ein paar Fakten aus Medizin und Wissenschaft darlegen:

Hündinnen, die nicht kastriert sind zeigen häufig folgende Auffälligkeiten:

–          Starke Stimmungsschwankungen

–          Scheinschwangerschaft

Rüden, die nicht kastriert sind behaupten sich oftmals durch:

–          Rüpelhaftes, aggressives Verhalten

–          „Macho“-Gehabe

Aber werden durch eine Kastration alle Probleme gelöst?

Die meisten Tierärzte raten nur dann zur Kastration, wenn das Tier aus gesundheitlichen Gründen operiert werden muss. Bei Hündinnen kann das eine  vereiterte Gebärmutter oder eine klinisch sehr stark ausgeprägte Scheinschwangerschaft sein. Bei Rüden ist eine Kastration bei nicht absteigenden Hoden und bösartigen Gewebsveränderungen am Hoden oder der Prostata sinnvoll.

Verhaltensproblemen sollte zunächst durch Hundepsychologie und einer entsprechenden verhaltenstherapeutischen Behandlung entgegengewirkt werden. Durch die Entfernung der Hoden wird zwar die Bildung des männlichen Geschlechtshormon Testosteron unterbunden, aber das ändert wiederum nichts an den bereits gesammelten negativen Erfahrungen des Hundes oder der mangelhaften Erziehung, die letztendlich zum unerwünschten Verhalten geführt hat.

Aufgrund dieser Fakten sollte man bei Rüden vor einer Operation eine medikamentöse Hormonunterdrückung in Erwägung ziehen. So kann man innerhalb von 6 Monaten herausfinden, ob das aggressive Verhalten tatsächlich hormonell bedingt ist.

Vorsicht! Hündinnen mit Aggressionsproblemen werden nach einer Kastration meist noch verhaltensauffälliger, da das fehlende Östrogen sich nachteilig auf das Verhalten auswirkt.

Mögliche Folgen einer Kastration

Viele Tiere haben nach einer Kastration ein ständiges Hungergefühl, leiden unter einer verlangsamten Futterverwertung und entwickeln im schlimmsten Fall eine Fettsucht. In manchen Fällen schwindet auch der Bewegungs- und Spieldrang der Vierbeiner. Bei Rassen wie Cocker Spaniel, Dackel und Irish Red Setter erkennt man kastrierte Hunde häufig  auch aufgrund ihres farblich veränderten und weicheren Fells. Hündinnen können in seltenen Fällen nach einem operativen Eingriff an Inkontinenz leiden.

Wurde ein Hund noch vor dem Erreichen der ersten Geschlechtreife kastriert, so wird häufig von Problemen hinsichtlich der Konzentrations- und Lernfähigkeit berichtet.

Was sind Ihre Erfahrungen und was würden Sie anderen Hundebesitzern raten?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*