Kröten als Erdbeben-Frühwarnsystem

Wofür braucht man komplizierte Technik, wenn es auch einfacher geht? Laut einer Studie können sich kleine, glitschige Amphibien als Frühwarnsystem gegen Naturkatastrophen erweisen: Männliche Erdkröten reagieren angeblich sehr sensibel auf erste Anzeichen für Erdbeben.

Laut der Fachzeitschrift „Journal of Zoology“ brachten sich männliche Kröten in der Region der italienischen Abruzzen bereits fünf Tage vor dem schweren Erdbeben im April vergangenen Jahres, bei dem mehr als 300 Menschen ums Leben kamen, in Sicherheit. Die Biologin Rachel Grant beobachtete durch Zufall ein durchaus ungewöhnliches Verhalten: Wenige Tage vor dem Erdbeben nahm die Zahl der männlichen Kröten an einem zur Laich vorgesehenen See auffällig ab. Zudem waren drei Tage vor dem Beben alle Kröten-Paare verschwunden. Zwischen dem Erdbeben und dem letzten schweren Nachbeben wurde außerdem kein frischer Krötenlaich entdeckt. Normalerweise verlassen männliche Kröten eine bestimmte Gegend bis zum Ende der Laichsaison nicht.

Der Forscherin nach wäre eine Erklärung, dass die Kröten Anzeichen für Erdbeben wie bestimmte Gase oder elektrisch geladene Partikel ausmachen und so schon frühzeitig gewarnt werden. Ihre Studie ist eine der ersten, die das Verhalten von Tieren vor und nach einem Erdbeben wissenschaftlich dokumentiert.

Quelle: „Journal of Zoology

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