Gemeinsam ist besser als einsam: Paarhaltung bei Vögeln

Gemeinsam ist es einfach schöner! Foto: pixelio.de, Himi
Gemeinsam ist es einfach schöner! Foto: pixelio.de, Himi

Vögel leben noch nicht so lange mit uns Menschen zusammen wie Katzen und Hunde – dennoch sind sie ein fester Bestandteil der Haustierszene geworden. Was viele Vogelfreunde nicht wissen: Ziervögel sind von Natur als gesellige Tiere und nicht für eine Einzelhaltung geboren. Das gilt nicht nur für Papageien, sondern auch für kleinere Vogelarten wie Wellensittich, Kanarienvögel, Zierfink oder Nymphensittich.

In der freien Natur leben sie nur selten alleine, sondern schließen sich in den meisten Fällen zu Schwärmen oder Paaren zusammen. Hier kommunizieren und spielen die Vögel miteinander, putzen sich gegenseitig und fressen synchron – Erlebnisse, die Einzelvögel nie teilen können. Stubenvögel werden oft nicht nur auf beengtem Raum gehalten, sondern auch noch alleine.

Egal, wie viel sich der Mensch mit seinem Piepmatz beschäftigt, einen anderen Vogel wird er nie ersetzen können. So werden einzeln gehaltene Vögel entgegen der allgemeinen Meinung nicht zahmer. Ganz im Gegenteil: Einsame Tiere werden körperlich und seelisch krank. Erste Anzeichen kann ein übermäßiges Nagen des Gefieders sein. Aggressives Spiel mit dargebotenem Plastikspielzeug ist oft in Wirklichkeit abgewandeltes Balzverhalten – auch Werben durch Anbringen von Fütterkörnern ist nicht selten. Kaum zu glauben aber wahr: Selbst das Formen menschlicher Laute („Sprechen“) ist verhaltensbiologisch gesehen eine Verhaltensstörung.

Doch was kann man gegen Einsamkeit tun? Das beste Mittel ist ein zweiter Vogel. Bei der Vergesellschaftung gibt es aber einiges zu beachten, besonders dann, wenn Ihr Vogel über längere Zeit allein war. Suchen Sie einen Vogel der gleichen Art ihres Piepmatzes aus, der etwa im gleichen Alter ist und dem anderen Geschlecht angehört – das macht die Vergesellschaftung einfacher. Zur Sicherheit sollten die Vögel zuerst in verschiedenen Käfigen belassen und räumlich immer weiter angenähert werden. Schenken Sie Ihren Vögeln einen neuen, großen Käfig. Alternativ lässt eine neue Einrichtung des Hauptkäfiges den Heimvorteil des alteingesessenen Vogels schwinden, so kommt es seltener zu Aggressionen. Nach zwei bis drei Tagen dürfen Sie die Vögel zusammenführen – wir wünschen Ihnen und Ihren Piepmatzen eine schöne Zeit!

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