Rassekatzen – ein Überblick

Im Gegensatz zum Hund, der schon früh je nach seiner Aufgabe als Jagd-, Hetz-, Hüte-, Dachs- oder Vorstehhund gezielt gezüchtet wurde, hatten Katzen seit jeher nur zwei Aufgaben: Sie waren Mäusejäger und seit dem Barock Heimtier und Prestigeobjekt für die reiche Oberschicht.

Rassekatze oder nicht? Foto:Pixelio.de, Carsten Vanselow
Rassekatze oder nicht? Foto: pixelio.de, Carsten Vanselow

Schon im 17. Jahrhundert wurden aber langhaarige Katzenschönheiten aus Persien bekannt – nach und nach wurden Hauskatzen mit bestimmten Merkmalen gezielt verpaart, um besonders schöne Tiere mit weichem Fell, langen Beinen oder besonders auffälligen Augen herauszuzüchten. Eine systematische Katzenzucht gibt es aber erst seit etwa 150 Jahren. Katzenzuchtvereine und Dachverbände überwachen die Rassenstandards, zur Zucht zugelassen werden nur Tiere, die die gewünschten Rassemerkmale aufweisen. So werden gezielt Katzen mit einem Rassestandard verpaart, spontan auftretende Mutationen wie zum Beispiel bei der Manx-Katze mit kurze Beinen weitergezüchtet oder sogar Wildkatzenrassen eingekreuzt (Bengal- oder Savannah-Katze). Das Züchten von Tieren mit Gen-Defekt wie bei der Scottish Fold mit gefalteten Ohren oder der haarlosen Shynx kann aber auch einen negativen Effekt auf die Gesundheit der Tiere haben – viele Zuchten sind darum aus tierschutzrechtlichen Gesichtspunkten bedenklich.

Doch genug von der grauen Theorie: Welche Katzenrassen gibt es, welche Katze ist für welchen Menschen geeignet? Mittlerweile gibt es unzählige Katzenrassen aus aller Welt – sie alle aufzuzählen wäre fast unmöglich. Perser, Europäisch Kurzhaar und British Kurzhaar kennt aber (fast) jeder Katzenfreund:

Perserkatze: Perserkatzen gehören zu den Langhaarkatzen. Die eher ruhigen und zurückhaltenden Katzen ohne

Perserkatze. Foto: pixelio.de, arminia
Perserkatze. Foto: pixelio.de, arminia

großen Freiheitsdran eignen sich gut als Wohnungskatzen, ihr langes Fell bedarf aber einer regelmäßigen Pflege. Den Zuchtrichtlinien entspricht auch eine übermäßig kurze, breite Nase ohne sichbaren Nasenrücken – Atembeschwerden können die Folge sein.

British Kurzhaar: Die British Kurzhaar hat genau wie die Perser einen muskulösen, gedrungenen Körperbau mit eher kurzen Beinen. Auch vom Wesen her ähnelt sie ihren langhaarigen Artgenossen: BKH sind ruhige Genossen, die auch ohne großartigen Freilauf glücklich werden können. Ihr Fell ist eher kurz und plüschig.

Europäisch Kurzhaar: Kaum zu glauben aber wahr: Auch die Europäisch Kurzhaar ist eine Katzenrasse. Nicht jede Bauernhofkatze unbekannten Ursprungs ist aber eine EKH – denn auch diese Rasse hat besondere Rassestandard, denen die Zuchttiere genügen müssen. Der Körper der Europäisch Kurzhaar ist muskulös, sie weist eine breite Brust und kräftige, Mittellange Beine mit runden Pfoten auf. EKH sind lebhafte Tiere, die oft auf ihren Freigang bestehen.

Typisches Siamkatzen-Profil. Foto: pixelio.de, Barbara Adams
Typisches Siamkatzen-Profil. Foto: pixelio.de, Barbara Adams

Siamkatze: Auch die Siam gehört zu den Kurzhaarkatzen – im Gegensatz zur Europäisch Kurzhaar ist neben dem langgestreckten Körperbau und den großen Ohren auch ihre Fellfarbe bezeichnend: Durch eine Mutation gehören die Siam zu den so genannten „Maskenkatzen“, sie weisen auf einer relativ hellen Fellfarbe dunklere Schattierungen an Ohren, Schwanz, Nase und Pfote auf. Siam sind menschenbezogen und haben die Eigenschaft, gerne mit ihrem Menschen zu „reden“.

Norwegische Waldkatze: Die Norwegische Waldkatze hat durch ihre Größe, den robusten Körperbau sowie das buschige, halblange Fell Ähnlichkeit mit der Europäischen Wildkatze. Neben der Maine Coon und der Ragdoll ist die Norwegische Waldkatze eine der größten Katzenrassen, sie weist einen langgestreckten Körper mit hohen Beinen auf, die Hinterbeine sind oft länger als die Vorderbeine. Auffällig sind die oft auf den Ohren platzierten Fellbüschel! Auch, wenn Norwegische Waldkatzen aussehen wie Wildtiere, sind die unkompliziert, sanft und anhänglich.

Maine Coon gibt es auch mit weißer Fellfärbung. Foto: pixelio.de, Gabriela P.
Maine Coon in creme. Foto: pixelio.de, Gabriela P.

Maine Coon: Die Maine Coon ähnelt der Norwegischen Waldkatze äußerlich sehr, stammt aber im Gegensatz zu dieser aus Amerika und wurde hier sogar lange Zeit als Gebrauchskatze gezüchtet. Maine Coon sind sehr groß und gehören zu den schwersten Katzen der Welt: Ein ausgewachsener Kater kann bis zu 12 Kilogramm schwer werden! Als ehemalige Gebrauchskatzen sind Maine Coon begabte Jäger, die intelligenten Fellnasen apportieren in der Regel gerne und sind extrem wasserliebend. Auch, wenn die Katzenrasse noch relativ jung ist, schleichen sich auch bei ihr durch die gezielte Zucht und den verkleinerten Genpool langsam Erbkrankheiten ein, die aber mittlerweile zum größten Teil gut erforscht sind.

Savannah: Die Savannah ist eine relativ junge Katzenrasse, die durch ihre auffällige Fellfarbe mittlerweile zu einer Modekatze und nicht selten zu einem Prestigeobjekt geworden ist. Savannah entspringen der Verpaarung von Hauskatzen mit Servals, mittelgroßen Wildkatzen aus Afrika. Katzen der ersten Generation sind extrem freiheitsliebend und lebendig – werden diese Katzen weiter mit Hauskatzen verpaart (Kater der ersten Generation sind steril und können keine Nachkommen zeugen), werden die Nachkommen zu freundlichen, geselligen und anhänglichen Tieren mit einem wachen Gemüt. Besonders auffällig ist bei der Savannah die wunderschöne Fellfarbe: Die Katze weist wie der Serval eine Tupfenzeichnung auf goldenem bis beigefarbenem Grund auf.

Scottish Fold: Die Schottische Faltohrkatze wird seit den 60er Jahren gezüchtet – auffällig sind die nach vorn gefalteteten Ohren, die bei dieser Rasse genetisch bedingt sind. Da die katzentypische Kommunikation mit gefalteten Ohren nur eingeschränkt möglich ist, wird die Scottish Fold oft als Qualzucht betitelt. Liebhaber dieser Katze wollen aber eine völlig uneingeschränkte Kommunikation zwischen Faltohrkatzen und Katzen mit „normalen“ Ohren beobachten.

Sphynx: Auch die Sphynx-Katze ist durch Mutation entstanden: Die Sphynx ist fast haarlos und nur mit einem leichten Flaum bedeckt. Ihre großen Ohren und der langgestreckte Körper lassen eine Ähnlichkeit mit asiatischen Rassen erahnen. Gezielt gezüchtet wird die Sphynx seit 1966, Ursprung der ersten Zuchtlinien ist Kanada.

Sie sehen: Rassekatzen gibt es in jeder Form, Farbe und für jeden Geschmack. Ob Sie sich tatsächlich für ein Tier vom Züchter oder eine „normale“ Hauskatze entscheiden, bleibt Ihnen (und Ihrem Geldbeutel!) überlassen. Nehmen Sie bei der Überlegung für oder gegen eine Rassekatze vor allem ihre aktuell Wohnsituation unter die Lupe: Können Sie Ihrer Katze Freilauf bieten? Gibt es Kinder im Haus? Ist die Katze oft alleine? So finden auch Sie die richtige Katze für sich!

One Reply to “Rassekatzen – ein Überblick”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.