Info vom Tierarzt: Epilepsie

– Was ist Epilepsie?

Es handelt sich um eine abnorme elektrische Aktivität im Gehirn. Der Krampfanfall ist charakterisiert durch Verlust oder Veränderung des Bewusstseins, sowie durch veränderten Muskeltonus. Manchen Anfällen geht eine Phase ungewöhnlichen Verhaltens voraus sogenannte präiktale Phase (Minuten bis Stunden). Nach dem Anfall kann die sogenannte postiktale Phase folgen, während der das Tier desorientiert, möglicherweise ataktisch, (Störung des Bewegungsablauf) oder blind ist.

– Idiophatische (ohne fassbare Ursache ) oder primäre Anfälle:

bei der sogenannten idiophatische oder primären Epilepsie können keine morphologischen Gehirnveränderungen festgestellt werden. Die Ursache liegt möglicherweise in einem verändertem Schaltkreis im Gehirn, ohne nachweisbare Veränderungen. Die angeborene und möglicherweise erbliche Krankheit tritt bei manchen Rassen wie dem Golden Retriever, Berner Sennenhund, aber auch bei Beagle und Collie bevorzugt auf.

– Sekundäre symptomatische oder erworbene Epilepsie:

Die Ursache für diese Form wird unterschiedlich definiert. Zum Teil werden Stoffwechsel- und Funktionsstörungen anderer Organe, die zu Konvulsionen (Krämpfe der Körpermuskulatur) führen verantwortlich gemacht. Die erworbene Gehirnerkrankung wie zb. Gehirntumor, usw. werden ebenso als Ursache gesehen.

– Einteilung der Anfälle:

Man unterscheidet:

A) Partielle (fokale) Anfälle:

die Entladung ist auf einen Focus im Gehirn beschränkt, eher selten

B) Komplexe partielle Anfälle :

das Bewußtsein ist beeinträchtig, die Tiere zeigen Verhaltensstörungen, wie Bellen, Lecken, Kauen, Fliegenschnappen und Zuckungen im Gesicht

C) Generalisierte Anfälle:

Ausbreitung und Entladung auf beide Gehirnhälften.

– Diagnose:

Mit Ausnahme des Status epilepticus sieht der TA die Anfälle in der Regel nicht selbst, und ist somit auf die Beschreibung des Besitzers angewiesen.Die Anamnese ist somit ein wichtiger Teil zur Diagnosesicherung. Bewährt hat sich z.B. das Führen eines sogenannten Anfallskalender. Die Diagnose wird meist durch das Ausschlußverfahren gestellt.

– Therapie bei Anfallsleiden:

Sofern die Anfälle ein – bis höchstens zweimal pro Jahr auftreten, ist eine Behandlung im Allgemeinen nicht erforderlich. Die medikamentöse Behandlung darf niemals plötzlich abgebrochen werden, da dies schwere Anfälle provozieren kann. Eine Therapie muss immer ausgeschlichen werden.

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