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Tiere helfen Strafgefangenen – neue Formen des sozialen Lernens

Die positiven Wirkungen von Hunden, Katzen und anderen Tieren werden zunehmend in Therapie und Pädagogik erkannt und genutzt. Das gilt inzwischen auch für einen ganz besonderen Bereich des sozialen Lernens: Immer mehr Justizvollzugseinrichtungen setzen heute in der Resozialisierungsarbeit auf die Unterstützung von Tieren. Ursprünglich aus den USA stammend wird die Idee des Tiereinsatzes in Gefängnissen seit drei Jahrzehnten auch in Deutschland umgesetzt.

Tauben, Hühner und Schafe

„Als erstes hatten wir eine Taubenzucht. Mittlerweile sind es über 300 Tiere, hauptsächlich Zuchthühner, Schafe, Pferde und Kaninchen, die auf dem großzügigen Gelände leben. Die Tiere sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit, wenn es darum geht, junge Erwachsene mit Sozialisations-, Lern- und Motivationsschwächen zu fördern“, erklärt Bernhard Weimann, verantwortlicher Abteilungsleiter in der niedersächsischen Justizvollzugsanstalt Vechta.

„Durch die Versorgung und Pflege der Tiere lernen die Häftlinge Verantwortung zu übernehmen, Regelmäßigkeit, Fürsorge und Konzentration“, fasst Weimann die tiergestützten Fördermaßnahmen zusammen.

Besuchstag für Tiere

Neben dieser Integration von Tieren in den Vollzugsalltag wird zunehmend die positive Wirkung von Tierbesuchen erkannt und eingesetzt: Seit drei Jahren besucht Donata Wölk, Leiterin des Fördervereins Tiergestützte Pädagogik und Therapie e.V., mit ihren drei unterschiedlich großen Hunden die Jugendanstalt Neustrelitz. Hier unterstützt sie die sozialpädagogische und therapeutische Arbeit in der Untersuchungshaft. Besonders bei ihrer Teilnahme an den regelmäßigen Gruppensitzungen zeigen sich die positiven Effekte:

„Durch ihr direktes und unvoreingenommenes Verhalten tragen die Hunde nicht nur zu einer entspannten Atmosphäre bei“, erklärt Donata Wölk die Vorzüge. „Die Jugendlichen sind in Gegenwart der Tiere auch oftmals weniger unsicher, deprimiert und aggressiv und schaffen damit wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Resozialisierungsarbeit“, so Wölk.

Und diese Erfolge zeigen ihre Wirkung: Inzwischen sind in vier der insgesamt sieben Justizvollzugs- und Jugendanstalten in Mecklenburg-Vorpommern Tierprojekte aktiv. (Quelle: IVH)

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