Pro / Contra: Hundeführerschein

Gestern mal wieder ein schockierendes Erlebnis in den Isarauen gehabt: bei uns gibt es einen sehr schönen Spielplatz in den Isarauen. Drum herum gehen viele Hundebesitzer mit ihren Tieren spazieren, weil sie die Hunde da frei laufen lassen können. Wir waren auf dem Spielplatz, der eingezäunt ist. Plötzlich lautes Gebell und Radau. Zwei große Hunde jagen einen kleinen Mischling durch die Büsche. Der Kleine jault und rennt um sein Leben. Die Besitzer aller drei Hunde rennen brüllend hinterher und versuchen mit diversen Kommandos, ihre Hunde zurück zu holen. Kein (!) Hund hört auf irgendein Kommando. Schließlich erwischen die großen Hunde den Kleinen und einer beißt ihn. Erst da schaffen es die Besitzer, die Hunde zu trennen.

Auf dem Spielplatz stehen alle Kinder wie angewurzelt still und beobachten mit großen Augen das Geschehen. Einige kleine Kinder „retten“ sich zur Mama. Die Mütter sind ebenfalls sehr schockiert und froh, dass gerade kein Kind außerhalb des Spielplatzes war.

Braucht man ihn also doch, den Hundeführerschein? Sollte er verpflichtend für alle Hundebesitzer sein? Wer hat einen Hundeführerschein gemacht und kann über seine Erfahrungen berichten?

Danke für alle Infos, Erfahrungen und Meinungen zu dieser Diskussion!

11 Replies to “Pro / Contra: Hundeführerschein”

  1. Hallo Ihr,
    also ich bin für den Hundeführerschein, denn viele Leute legen sich einen Hund zu und wissen fast nichts über den Hund und die richtige Erziehung des Tieres.
    Ich persönlich finde es schade, dass so viele Hunde verteufelt werden, nur weil Ihre Besitzer nicht wissen wie sie mit ihnen umgehen können/sollen/müssen.

    Schöne Grüße
    Ela

  2. Ich bin definitv für einen „Hundeführerschein“.
    Ich gehe prinzipiell auf die andere Straßenseite, wenn ich Menschen mit Hunden begegne, besonders bei großen Hunden. Man sieht halt einfach nicht, ob der Hund erzogen ist oder ob da nicht doch der Hund mit dem Menschen Gassi geht.
    Wenn da ein großer Hund auf einen zukommt, der Halter hinterhergezogen wird und dann auch noch sagt: „der beißt nicht, der will nur spielen“ könnte ich ausflippen! Das ist doch echt kein Zustand, dass jeder einen Hund halten darf, aber wie er gehalten und erzogen wird interessiert keinen.

  3. Ich bin absolut für einen Hundeführerschein.

    In den Hunden spiegeln sich die Halter, direkt und indirekt. Ein Hund ist ein Rudeltier, es ist im Rudel nicht nur autoritären Umgang miteinander gewohnt, es braucht ihn sogar. Gut erzogene Hunde leben stressfreier, haben mehr Energie und machen weniger Ärger … ergo sie leben deutlich länger, da sie durch das Hundetraining nicht nur im direkten Sinne gutes Benehmen bekommen, sondern sich auf die Art auch lernen selbst zu beherrschen. Und dann ist der Hund mitnichten nur noch ein Instinkttier.

    Doch die Wahrheit ist, dass einer nichts zur Selbstkontrolle beibringen kann, der sich nicht selbst unter Kontrolle hat. Da wird der Hund, ohen dazu in der Lage zu sein, schnell der Herr im Haus und Hof, will Familie und Halter immer und überall beschützen und nimmt sich und damit seine Umwelt von einer Stress-Situation in die Nächste. Das ist schlecht für den Hund, schlecht für den Halter, schlecht für soziale Beziehungen des Halters und letzter Konsequenz gefährlich für Leib und Leben aller Mitmenschen, die mit dem Hund in Kontakt kommen – und dazu gehören auch Kinder.

    Der Wesenstest also, der an Hunden vorgenommen wird, sollte besser am Menschen gemacht werden! Deshalb JA zum Hundeführerschein.

  4. ich kann mich meinen vorrednern anschließen. auch ich bin FÜR den hundeführerschein, da es leider gottes so wahnsinnig viele hundebesitzer gibt die der meinung sind sie hätten ahnung von hunden nur weil sie einen halten … aber noch nich ein einziges gutes buch gelesen, nicht einmal richtig informiert wie man mit hunden umgeht und was es bedeutet einen hund zu halten.

    soetwas ärgert mich arg und ich verstehe diese menschen nicht. >:(

  5. Ich bin für den Hundeführerschein für JEDEN Hundebesitzer und für die Abschaffung der sogenannten Rasselisten.
    Diese Listen, wo Hunde per se als gefährlich eingestuft werden und mit Sanktionen belegt werden halte ich für nicht tragbar.
    99% dieser Hunde sind friedliche Familienhunde, die niemanden etwas getan haben (man sieht es ja schon alleine an der kaum vorhandenen Durchfallquote bei den Wesenstests).
    Man geht mit diesen Listen völlig am eigentlichen Problem vorbei, denn die, die ihre Hunde in den Hinterhöfen scharf machen melden diese eh nicht an.
    Betroffen sind nur die ehrlichen Halter, die für Wesenstest,Sachkunde und evtl. noch mit einer horrormäßigen Hundesteuer bestraft werden.
    Deshalb: Sachkunde für jeden, der sich einen Hund anschaffen will und Streichung der Rasselisten, denn die alten Verordnungen für gefährliche Hunde reichen völlig aus, wenn sie denn auch mal umgesetzt werden.

  6. Die Frage „Hundeführerschein ja oder nein?“ kann nur mit „Ja“ beantwortet werden. Ich bin selbst von einem Hund gebissen worden, da auch Beamte vom Zoll nicht in der Lage sind, ihre Hunde so zu führen, dass für Außenstehende keine Gefahr besteht.
    Ich habe in einigen Hundesportvereinen miterleben können, warum es immer wieder zu „Unfällen“ mit Hunden untereinander oder sogar mit Menschen kommt. Anfangs gehen die Hundebesitzer mit ihren 1- bis 2-jährigen Hunden in die Vereine, weil sie nun nicht mehr zu führen sind. Das Ziel ist eine Begleithundprüfung und den Hund so zu schulen, das er im Alltag keine Gefahr darstellt. Jedoch wird darauf selten eingegangen und irgendwann entwickelt sich beim Hundebesitzer ein Konkurrenzdenken und sie beginnen ihre Hunde im Schutzdienst zu schulen, nach dem Motto: „Vielleicht reicht es für einen Wettkapf“ und „Schutzhund I klingt doch nach bestandener Prüfung viel besser als nur Begleithund“.
    Völlig aus den Augen gerät dann das eigentliche Ziel, den Hund im Umgang mit Artgenossen und mit Menschen zu schulen.
    In einem Hundesportverein habe ich selbst erlebt, dass die Leute, die ihrem Hund wirklich nur einen Grundgehorsam beibringen wollen, gar keine Beachtung finden. Hier stellt sich schon die Frage, „Wer soll denn die Schulung für den Hundeführerschein übernehmen?“.
    Ich denke, dass der Hundeführerschein irgendwann (durch die Häufung der Zwischenfälle mit Hunden) gefordert wird. Nur gibt es dann wieder Diskussionen über Umfang, Dauer, betroffenen Personenkreis usw. Nachdem die Forderungen nach einem Hundeführerschein wieder verklingen, bleibt wahrscheinlich alles beim Alten. Denn die Frage wird sein, kann man es Millionen Menschen zumuten, wegen ihres Vierbeiners die Schulbank zu drücken (z.B einer 80jährigen Frau)? Sollte die ganze Familie den Führerschein machen oder nur ein Familienmitglied? Wenn man sich darüber Gedanken macht, wird man schnell zu der Erkenntnis kommen, dass wahrscheinlich alles beim Alten bleiben wird.
    Ohne die theoretischen Grundlagen braucht man in der Praxis nicht arbeiten. Und ein Mensch, der nicht versteht, warum sein Hund ein Fehlverhalten zeigt, kann auch keine positive Verhaltensänderung bei ihm herbeiführen.
    Grundsätzlich, so denke ich, ist hier in erster Linie jeder Hundebesitzer selbst gefragt. Will ich mir einen Hund halten, dann kann ich nicht nur nach Rasse und dem im Buch beschriebenen Wesen gehen, ich muss mir auch darüber Gedanken machen, ob ich den Willen dazu habe mich theoretisch (Schulungen, Ausbildung) mit dem Hund auseinanderzusetzen. Ebenfalls sollte man nie aus den Augen verlieren, dass man mit dem Hund die nächsten 10 bis 16 Jahre zusammen leben wird. Und wenn davon 2/3 im Stress verlaufen, muss doch eigentlich jeder Hundebesitzer, den das betrifft, wach werden. Hier schließe ich mich der Meinung von Peter an. Ein Wesenstest für Menschen, die einen Hund führen oder sich einen Hund anschaffen wollen, wäre wahrscheinlich am Besten.

    Anmerkung: Ich habe auch andere Hundeschulen erlebt, in denen die Hunde wirklich alltagsnah „gearbeitet“ werden und auf die individuellen Bedürfnisse der Hundebesitzer eingegangen wird. Es soll somit keine Verallgemeinerung stattfinden. Vielleicht setzen sich diese Hundeschulen irgendwann durch. Es wäre wünschenswert.

  7. Nein! Wir sollten uns die Frage stellen woran es liegt das Menschen sich Tiere anschaffen können ohne ein Wissen darüber zu haben? Da wir denkende Wesen sind kann es wohl nur daran liegen das viele Menschen nicht nachdenken und einfach kaufen. Also sollten wir zu der Wurzel des Problems gehen. Will ich einen Hund haben muss ich diesen wohl irgendwo erwerben. Beim Züchter, Tierheim, usw.. Anscheinend geben diese Personen Tiere ab ohne sich ausreichend über den zukünftigen Halter zu informieren oder Sie halten die Tiere auch nicht entsprechend. Immer wieder höre ich von Hunden die viel zu jung übernommen wurden. Hunde benötigen eine Sozialisierung durch Ihr Rudel. Dies ist schon einmal nur möglich wenn es sich um eine ordentliche Rudelhaltung handelt. Dann sollte sich wohl jeder zukünftige Hundehalter überlegen welcher Hund zu Ihm passt – ein Hütehund,… Ich denke das der Hauptfehler oft in der Unterbeschäftigung des Hundes liegt. Keinem Hund reicht es ,,nur“ spazieren zu gehen. Der natürliche Bewegungsdrang liegt bei bis zu 50km pro Tag. Da dies kaum jemand gehen kann von uns Otto normal verbraucher muss der Hund geistig gefordert werden ob mit Hütearbeit, Hundesport, Sucharbeit,… und viele dieser Dinge gehen auch bei Hunden die in einer Wohnung leben. Zu Newsfee hast Du gewust das ein Hund der sich mitten im Jagdablauf befindet sein gehör auf 30% reduziert d.h. kenne ich die Signale meines Hundes nicht vorab kann ich den Hund sehr schlecht bis gar nicht zurückrufen wenn er mitten im jagen ist. Zu ela_merlin (ich wechsle sofort die Straßenseite) Hunde benötigen Sozialkontakte und wenn man als Mensch bedenken bekommt kann sich dies auch auf Hunde übertragen. Bin ich locker und mein gegenüber auch warum soll sich mein Hund seinen Speziesgenossen nicht ansehen- spielen an der Leine ist sowieso tabu. Und nun konkret zum Hundeführerschein da kann ich mir die 150 Fragen vorher holen um sie zu lernen das ist ja sehr sehr schwer 🙂 und dann muss mein Hund sitzt, Platz in einem Raum können, den Maulkorb tollerieren und an lockerer Leine ohne einflüsse von anderen Hunden und Menschen gehen können ich bin mir sicher das bringt jeder in einer Woche arbeit mit dem Hund zusammen und dann der große Teil ich muss meinen Hund unter Kontrolle haben – da ist es erlaubt die Straßenseite zu wechseln, mich hinter einem Auto zu vertecken, den Hund am Halsband festzuhalten. In meinen Augen ist das nicht Erzeihung und vorallem keine Problemlösung. Den eines ist hier wieder zu sehen nicht der Hund ist das Problem sondern der Mensch. Nun kurz zu meinem Hund- der aus einer Tötung ist und so sehr verängstigt war. Wir gehen tgl. 20-30 km, machen die Suchhundeausbildung, spielen Kopfspiele in der Wohnung, treffen uns viel mit Hundefreunden, fahren auch nur auf Hundeurlaub – trekking nur mit Rucksack und Zelt,… Etwas sehr interessantes möchte ich noch loswerden: Wisst Ihr welches die bravsten Hunde sind? Hund von Bettlern! Und glaubt Ihr das diese je in einer Hundeschule waren? Also bringt`s der Hundeführerschein? In meinen Augen nicht!

  8. ich finde das es nicht so wichtig ist einen hundeführerschein zu machen denn wenn hunde gut erzogen sind dann gehorchen sie auch ich liebe hunde und habe auch noch nie einen schlechten umgang mit ihnen gahabt
    ich gehe nach dem prinzip das wenn man den hund nicht belästigt und in nicht zu etwas zwingt ist er auch nicht gebissig und aggressiv

    und wenn ein hundeführerschein eingeführt wird dann sollte er wenn schon für alle sein.

    lg dani

  9. Ich habe den Hundeführschein selbst gemacht, und es ist absolut lächerlich, weil viel zu wenig aussagekräftig. Besonders sinnlos ist das Ganze, wenn man bedenkt, dass fast alle (!) Angriffe im Privatbereich passieren und kaum einer auf offener Strasse! Noch dazu wird offensichtlich immer wieder vergessen, dass Hunde Raubtiere sind und es das natürlichste auf der Welt ist, dass Hunde – wie das auch jedes andere Raubtier machen würde!- in Kindern eine potentielle Beute sehen! Eigenlich müsste man die Eltern wegen fahrlässiger Tötung drankriegen und nicht die Hundebesitzer, denn wenn ich mein kleines Kind – wie es leider so oft passiert-mit einem Hund spielen lasse, weil der „eh immer so lieb ist“, dann darf es nicht verwundern, dass der Hund zubeisst! Und das gilt für Labradore und Schäfer genauso wie für „Kampfhunde“!

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